"MüzikNRW 2 - Interkulturelle Arbeit an Musikschulen" (2015-2016)


Die kulturelle Vielfalt ist Teil unserer Identität.

Gleichzeitig stellt sie unsere Gesellschaft vor Herausforderungen, die auch die Kulturakteure auf den Plan rufen. Erst die tiefgehende Kenntnis und Wertschätzung der verschiedenen im Land lebenden Kulturen machen ein gutes Zusammenleben möglich. Der Landesverband der Musikschulen in NRW (LVdM NRW) befasste sich in den Jahren 2013 und 2014 in einem ersten Projekt mit dem Titel MüzikNRW exemplarisch mit der türkisch-anatolischen Musik.

Hintergrund war und ist die Notwendigkeit, dass auch öffentliche Musikschulen die kulturelle Vielfalt darstellen, möglichst allen Menschen einen Zugang zu den verschiedenen Musikkulturen ermöglichen und sich gemeinsam mit Menschen aus anderen Kulturkreisen mit deren Musikkulturen befassen. Und hier meint der Begriff Kultur mehr als nur Spieltechnik und Musiksysteme. Kultur beinhaltet auch, wie diese Musik gelehrt und vermittelt wird: In welchen Situationen erklingt sie? Wer spielt sie? Mit wem kann man diese Musik zusammenspielen, welche musikalischen Zusammenhänge kann man aufbauen, welche Strukturen kann man an den kommunalen Musikschulen schaffen? Wie kann man fundierte Unterstützung in Fragen des Umgangs entwickeln, nicht zuletzt auch in pädagogischen Fragen?

Vertiefung der interkulturellen Ensemblearbeit

Im Anschluss an „MüzikNRW – türkische Musik an Musikschulen“ organisierte der LVdM NRW MüzikNRW 2, das die Erkenntnisse aufgegriffen hat und inhaltlich auf weitere Musikkulturen NRWs eingegangen ist. Im Zentrum stand dabei das Zusammenführen unterschiedlicher, in NRW lebender Kulturen im gemeinsamen Musizieren: Die Arbeit in interkulturellen Ensembles. Möglichst vielen Schülerinnen und Schülern soll die Möglichkeit geboten werden, sich mit Musik anderer Kulturen zu befassen. Dazu bedarf es auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer konkreter Kenntnisse: Wie vermittelt man diese Musik? Wie bringen wir sie den Schülerinnen und Schülern bei, etwa in puncto Technik und Ästhetik? Wie bringt man sie dazu, aktiv, eigenständig und kreativ gemeinsam in den Ensembles zu musizieren? Und zwar so, dass sie Spaß daran haben und neugierig gemeinsam mit diesem neuen Material arbeiten wollen?

Dazu gab es in 2016 künstlerisch-praktische Workshops, die sich mit Skalen, Rhythmen und Instrumenten befassten, sowie einen pädagogischen Workshop zum Thema Improvisation und einen weiteren Fachtag zur interkulturellen Elternarbeit.

Die Ensemblearbeit in unterschiedlichen Formen und Besetzungen fand, unterstützt durch das Projekt, exemplarisch an sieben Musikschulstandorten NRWs statt: Die teilnehmenden Musikschulen waren Bochum, Duisburg, Herten, Hürth, Lüdenscheid, Oberhausen und Rheine.

Nicht zuletzt war auch die kulturelle Begegnung mit Flüchtlingen ein Schwerpunkt im Rahmen von MüzikNRW 2. Denn das Kennenlernen der jeweils anderen Kultur ist eine Chance für unser Zusammenleben. Das gemeinsame Musizieren macht nachhaltige Integration möglich und wird von den Musikschulen in NRW mit vielfältigen Angeboten für Flüchtlinge gefördert – beispielsweise in Chören und Ensembles, bei Percussion-Angeboten, Konzerten oder in der musikalischen Sprachförderung durch Sing- und Rap-Projekte.

MüzikNRW 2 ist ein Projekt des Landesverbandes der Musikschulen in NRW und wurde gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.


MüzikNRW (2013-2014): Anatolische Musik in öffentlichen Musikschulen
Im Projekt MüzikNRW befasste sich der Landesverband der Musikschulen in NRW (LVdM) exemplarisch mit der anatolischen Musik. Über das Jahr 2014 verteilt fanden zahlreiche Präsentationen, Seminare und Workshops statt, durch die sich neue Netzwerke bildeten, Fachkenntnisse vermittelt und eine interkulturelle Öffnung der Musikschulen in NRW vorangebracht wurde.

So zeigten die künstlerischen Seminare „Einführung in Regionalstile“ und „Einführung in die Makams (orientalische Tonskalen)“ die Notwendigkeit eines Wissensaustausches unter fundierter Anleitung. Der Fachtag zu transkulturellen Netzwerken im Landtag NRW machte deutlich, wie wichtig der Aufbau von Netzwerken und Kontakten ist, wie etwa zu den Migrantenselbstorganisationen oder den regionalen Integrationszentren.

Ebenfalls zentral ist die interkulturelle Elternarbeit an kommunalen Musikschulen in NRW. Dazu konnte ein MüzikNRW-Seminar Kenntnisse in kultursensiblem Verhalten vermitteln.

In den interkulturellen Ensembles der Musikschulen soll nicht nur Musik einer bestimmten Kultur gespielt werden, sondern es sollen gemeinsam neue musikalische Wege gefunden werden. Eine solche Musik muss arrangiert werden, weil zum Beispiel anatolische Musik im Original einstimmig ist, unsere westliche Musik aber mehrstimmig gestaltet wird. Diese Qualifikationen wurden im Seminar „Arrangieren” angeboten.

Begleitet werden und wurden die Projekte von Musikern, die in anatolischer Musik zuhause sind, aber auch als anerkannte Pädagogen bereits ihren Beitrag zur Vermittlung dieser Musik an Musikschulen und Musikhochschulen geleistet haben.

Auch MüzikNRW - Anatolische Musik in öffentlichen Musikschulen wurde vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert.

AnhangGröße
Ablauf MÜZIKNRW-2_AuftaktHerten.pdf384.46 KB
AblaufMüzikNRW_14.12.15_Landtag-aktuell.pdf365.57 KB
AblaufMüzikNRW2_30.04.16.pdf379.56 KB
AblaufMüzikNRW2_04.06.16.pdf362.4 KB
Müzik2016_FLYER_2F_6S_A4_B.pdf1.92 MB
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Detaillierte Infos zu MüzikNRW 2:

www.müziknrw.de