Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend führte im Juni in Berlin den Ganztagskongress 2026 durch mit dem Thema „Übergänge weiterdenken“. In der Einladung wurde der Rahmen weit gesteckt: „Ganztag ist geprägt von vielfältigen Übergängen: von der Kita in die Grundschule, zwischen Primar- und Sekundarstufe, zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen sowie zwischen Kinder- und Jugendhilfe, Schule, außerschulischen Partnern und Familien. (…) Wo Ganztag als institutionenverbindender Ansatz verstanden wird, entstehen neue Gestaltungsspielräume – etwa zur Stärkung von Selbstorganisation und Partizipation der Kinder oder zur gemeinsamen Nutzung von Räumen.“
Unterm Strich wurde im Verlauf der beiden Kongresstage erneut deutlich, dass sich die im Rahmen der Kongresse der letzten Jahre formulierten Fragen und Herausforderungen naturgemäß an vielen Stellen wiederholen und grundlegende Neuerungen kaum zu erwarten sind, denn dafür ist die Bildungs- und Ganztagslandschaft bundesweit in der BRD zu divers. Die anzustrebende Kollaboration auf Augenhöhe wurde in Berlin erneut mehrfach thematisiert, die dafür (u.a.) notwendige Finanzierung zu selten erwähnt. Oftmals lag der Fokus (zu Recht) auf dem Wohlergehen des Kindes, ohne aber zugleich auf die Notwendigkeit entsprechender Rahmenbedingungen für die Lehrkräfte/Unterrichtssettings zu verweisen.
Prof. Dr. Ivo Züchner von der Universität Marburg brachte bereits zu Beginn vieles auf den Punkt: Die unterschiedlichen Bedarfe und Logiken der beteiligten Partner im Ganztag seien stärker zu berücksichtigen und es seien nach wie vor viele Fragen zu beantworten, wie alles finanziert werden kann, wer welche Aufgaben übernehmen kann usw.; letztlich habe man „nie wirklich geklärt, was wir mit dem Ganztag wollen.“
Bundesministerin Karin Prien zeigte sich am Ende aber optimistisch, dass die Umsetzung des Rechtsanspruchs positiv verlaufen werde; sie verwies zugleich darauf, dass an vielen Stellen – Personal, Zeiten, Räume – eine große Flexibilität vonnöten sei…
Die etwa 500 Teilnehmenden konnten vor Ort Impulsvorträge und Podiumsdiskussionen erleben sowie aus insgesamt 24 Fachforen auswählen, die sich in jeweils 90 Minuten den verschiedensten Teilaspekten widmeten. Im Rahmen einer Plakatausstellung hatten zahlreiche Institutionen und Verbände außerdem die Möglichkeit, ihre Arbeit im Ganztagskontext darzustellen. Alfred Schulze-Aulenkamp präsentierte ein im Auftrag des VdM gemeinsam mit Angela Bauer (Bundesvorstand) und der ÖA des VdM erstelltes Plakat, auf dem auch das Logo des LVdM NRW eingebunden war.
Kontakt:
Alfred Schulze-Aulenkamp
Referent für Kooperationsmanagement und kommunale Bildungsnetzwerke
alfred.schulze-aulenkamp@lvdm-nrw.de
