Elementare Musikpädagogik

Musikschule Hattingen (Foto: Susanne Troll)

Die Anforderungen für die elementare Musikpädagogik an den öffentlichen Musikschulen wachsen mit den vielgestaltigen Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens. Neue Zielgruppen entstehen durch neue Bildungspartnerschaften. Diversität, Inklusion und interkulturelle Zusammenarbeit generieren die unterschiedlichsten Alters- und Gruppenstrukturen. Die fachübergreifende Zusammenarbeit an der Musikschule, wie zum Beispiel bei der Konzertvermittlung, bei Musiktheater oder Musical, beim Landesprogramm JeKits, beim Aufbau von Kinderbands u.a. fordert eine vielseitige künstlerisch-pädagogische Orientierung. 

Der Landesverband fördert und stärkt die Fachbereiche EMP an den Verbandsmusikschulen durch Vernetzung, Organisation von Fachtreffen, Arbeitsgruppen, Fortbildungen und Workshops zu aktuellen Themen aus der elementaren Musikpädagogik. Unterstützende Maßnahmen zu Kooperationen mit Kitas, insbesondere dem Konzept Kita und Musikschule (www.kita-und-musikschule.de), zu Kooperationen mit Grundschulen, insbesondere dem Konzept JeKits, und eine regelmäßige offene Sprechstunde sind weitere Angebote.

Der Arbeitsbereich Elementare Musikpädagogik ist Teil der Musikschuloffensive des Landes Nordrhein-Westfalen.

Kontakt:
Lotta Donner
Referentin für elementare Musikpädagogik und Kita-Kooperationen
lotta.donner@lvdm-nrw.de
Tel. 0151.74 47 77 67

AKTUELLE TERMINE

Praxisworkshop
„Reflecting – Participating – Changing“

Wann? 07. Juni 2024, 10-14 Uhr
Wo? Musikschule der Stadt Neuss
Anmeldung

 

Fachtag EMP
Wann? 11. Oktober, 10 – 17 Uhr
Wo? Folkwang Musikschule der Stadt Essen
Infos zur Anmeldung folgen in Kürze!

Aktuelle Themen

Netzwerktreffen „Transition- Brücken aus der Kita“ am 9.4.24

Impuls Prof. Dr. Juliane Gerland, Professorin für Musikpädagogik mit dem Schwerpunkt sonderpädagogische Förderung & Inklusion, Uni Münster

Erkenntnisse aus dem Praxisprojekt „Transimus“ in Dortmund, 2018-2022, Förderung über Kultur macht stark.

  • Ausgangspunkt – schwierige Bedingungen für Kinder und Familien im Übergang zur Schule, auch für die unterschiedlichen musikpädagogischen Zielsetzungen, insbesondere unter inklusionspädagogischen Aspekten: In der Kita funktioniert Vieles, was in der Grundschule plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist. Dazu kommt die OGS als neuer Faktor.
  • Musikschule kann hier möglicherweise eine wichtige Schlüsselfunktion haben:
  • Alle Institutionen, die an der Transition beteiligt sind, waren miteinander in einem regelmäßigen musikpädagogischen Austausch:

Musikschule Dortmund, EMP

Hochschule Bielefeld, Kindheitspädagogik, Inklusionsaspekt, konzeptionelle Arbeit

TU Dortmund, Studierende der Sonderpädagogik, Blick auf Kinder mit Förderbedarf

Grundschulen DO-Nord

Kindertageseinrichtungen Do-Nord

  • Herausfordernder Stadtteil, sehr dicht, hohe Arbeitslosigkeit, sehr divers
  • Durchgehende musikpädagogische Brücke aus der Kita in die Grundschule/ Musikschule ist eine besondere Konstante
  • Unterrichtspraktiken in der EMP eigenen sich besonders für das multiprofessionelle Arbeiten und interdisziplinäre Denken
  • Weshalb ist der Transfer an die Grundschule so problematisch?

Vor allem vulnerable Familien überfordert vom Wechsel aus der Kita in die Schule. Vertrauen in die Kita ist durch persönliche Bezüge gewachsen und wird mit dem Schuleintritt plötzlich abgebrochen. Gründe sind vor allem die mangelnde Kommunikation und Bezugspersonen, fehlende Tür- und Angelgespräche, schlechter Informationsfluss, Gefühl abgehängt zu werden. Grundsätzliche Verunsicherung durch den schulischen Ernst. Normatisierung.

  • Wie kann unter dem Aspekt der Teilhabe/ Inklusion der Transfer gelingen?

Inklusionsverständnis ist in Schule und Kita different. In den Kitas sind unterschiedliche Entwicklungsverläufe Tagesgeschäft und als normal angesehen, in der Grundschule werden Abweichungen von einer normativen Entwicklung sofort als Förderbedarf deklariert. Inklusionsanteil in den Kitas steigt ständig. Kitas und Grundschulen arbeiten in der Dokumentation zu den kindl. Entwicklungen sehr eng mit den Grundschulen zusammen. Erwartungen der Schulen an die Kitas sind im Hinblick auf die Bildungsvoraussetzungen nicht klar formuliert, es gibt keine Kitapflicht, so dass die Ungleichheit der Kinder bei Einschulung immer noch groß ist.

  • Kita ist der wichtigste Rahmen für Kinder, um Inklusion und demokratische vielfältiges Lernen miteinander vorurteilsfrei zu erproben
  • Wie können die Kinder mit musikpädagogischer Hilfe gut in der Schule ankommen?

Schulen sehr interessiert an Quartiersarbeit. Familien schwer zu erreichen. In Zusammenarbeit mit mehreren Bildungspartnern und multiprofessioneller Herangehensweise steckt eine große Chance.

Personelle Brücken durch die Lehrkräfte der Musikschule

Inhalte wie Lieder und musikalische Spiele, die einen Wiedererkennungswert bieten

Flankiert durch die Sonderpädagog:innen, mit der speziellen Perspektive.

Von den Kindern in der Kita eingebrachte Impulse, Themen werden in der Grundschule weiterentwickelt- partizipativer Aspekt besonders wichtig.

Bestimmte biographische Ereignisse oder familiäre Aspekte können hier auch unter dem Inklusionsaspekt für besondere Förderung musikalisch bearbeitet werden, z.B. spezielle sprachliche, motorische oder sozial-emotionale Förderung. Kombination aus dem musikpädagogischen, sozialpädagogischen und Kindheitspädagogischen Kontext könnte auch einen wirksamen kontinuierlichen Transfer garantieren. Im Vordergrund steht hier eben nicht der Mangel, das Noch-nicht-können, sondern die eigenmächtige spielerische freudvolle Gestaltung eines neuen Lebensabschnittes auf der Basis von Können und Bekanntem.

Thesen zum Weiterdenken:

  1. Musikschule ist für vulnerable Familien ein unterstützender Partner für die Transition KiTa-Grundschule.
  2. Multiprofessionelles Arbeiten ist ein fruchtbarer Ansatz für die Arbeit mit vulnerablen Familien.
  3. Musikpädagogische Quartiersarbeit stärkt das Vertrauen in die verschiedenen Bildungsinstitutionen.
  4. Die anstehenden Entwicklungen im Bereich Ganztag wären eine Chance für Musikschule, insbesondere in Schulen mit niedrigem Sozialindex

 

Stichpunkte aus dem gemeinsamen Austausch in Breakouträumen und Plenum

Wie gelingt der Kontakt mit den Familien in den Kooperationen?

  • Einladungen an die Eltern zu „Elternmittmachstunden“ zur Klärung wichtiger Fragen etc. mit anschließender Möglichkeit zum persönlichen Gespräch
  • Teilnahme der Musikschullehrkraft an Elternabenden der KITA
  • Kontaktdaten an die Eltern weitergeben
  • gemeinsame Veranstaltungen, Mitmachaktionen, Konzerte (immer wieder anbieten, auch wenn nur ein Bruchteil der Eltern kommt)
  • Transparenz, Einblicke geben
  • Kommunikation über Aushang/Taskcard

 

Was funktioniert gut, was könnte verbessert werden?

  • schwer zu sagen, da dies in den Kooperationen und Institutionen sehr unterschiedlich ist
  • Gut: engen Kontakt, Zeit für Austausch mit Kooperationspartnern

 

Wie könnte es gelingen, dass mehr Familien aus den Kooperationen an Veranstaltungen der Musikschule teilnehmen?

  • Einbindung von Kooperations-Kindern in Musikschulveranstaltungen durch gemeinsame Lieder/Aktionen mit MFE-Kindern der Musikschule
  • Gemeinsame Konzerte des Fachbereiches Musikschule und Grundschule
  • Schnuppertage
  • Aktionen für „Laufpublikum“ Beispiele: Spielplatzkonzerte mit Kindern aus Kita und Grundschule + Mitmachaktionen, Heiligenhaus

„Mitmachraum“ der Kommune Lünen, Beteiligung mit musikpädagogischen Angeboten, Raum von zwei Seiten von außen einsehbar, spontanes Einsteigen gewünscht

Wie könnten Kindern im Grundschulalter Wege zu musikschulischen Angeboten selbständig bewältigen?

 

  • Konzerte mit Jugend-Orchester um ersten Kontakt erstellen und Instrumental-Vorstellungen schaffen
    • Sammelstationen von Grundschule zur Musikschule schaffen
  • Rufbusse

 

Archiv:

Netzwerktreffen EMP_09.04.2024

Netzwerktreffen EMP_07.11.2023

Netzwerktreffen EMP_05.06.2023

Netzwerktreffen EMP_04.11.2022

Netzwerktreffen EMP_02.06.2022

Netzwerktreffen EMP-NRW 16.02.2022

Netzwerkbericht_Das Netzwerk steht_04.11.2021

 

 


Musikschule Hattingen (Foto: Susanne Troll)

Inhalte Fachleitungstreffen 24.10. 23

Onboarding für neue Fachleitungen/ Strukturen Fachleitung EMP an den Musikschulen

  • Da Musikschulen sehr individuell sind, sollten die neuen Fachleitungen gut in die jeweilige Institution eingebunden werden- guter inhaltlicher Austausch im EMP-Kollegium
  • guter Kontakt zum Kollegium und der Musikschulleitung- Wertschätzung der Arbeit
  • Der VdM- Musikschulkongress ist auch eine gute Gelegenheit für inhaltlichen Input und Austausch
  • An großen Musikschulen: Erweiterte Leitungskonferenzen: Schulleitung und Bezirksleitungen, ab und an auch mit den übrigen Fachleitungen, EMP geht immer etwas unter- Oft geht es nur um Organisatorisches, inhaltlicher Austausch über das eigene Fachbereichsteam
  • In Köln: Fachleitungstreffen 4-5 Mal jährlich, ebenso die Bezirks-/ Regionalleitungen
    In Köln ist JeKits in den Bereich Musik und Schule eingebunden und so vom Grundstufenbereich getrennt organisiert
  • Essen: Gesamtkonferenzen mit allen Fachleitungen 14- tägig, sehr bereichernd auch die anderen Kunstsparten wie Tanz und bildende Kunst, auch hier geht die EMP etwas unter
    Sofarunde: private Treffen des Teams
    Jekits zieht die Hälfte des EMP -Teams!!
  • Hochsauerlandkreis: viele Konferenzen, wird allerdings vom Kollegium nicht gut angenommen, weite Wege! Austausch im EMP- Team vor allem über EMP- Projekte, zielführend, am Rande werden auch viele Begleithemen angesprochen
  • Hamm: Fachbereiche treffen sich vierteljährlich + 2 Gesamtkonferenzen, Leitungsteams treffen sich wöchentlich, EMP hat einen guten Stand
  • Solingen: Es ist unsere Aufgabe für unser Fach zu werben- Zwischen den Unterrichten Türe auflassen- signalisiert Bereitschaft, in die anderen Fachbereichskonferenzen gehen und Austausch suchen
  • Warendorf: Einmal im Jahr Fachleiterkonferenz, EMP-Team 1-2 jährlich, 2-3 Regionalleitertreffen + Gesamtkonferenz
  • LVdM könnte auch für neue Fachleitungen noch ein Extraaustauschformat anbieten, z.B. einmal im Jahr oder öfter mit wechselnder Moderation
  • Grundsätzlich zieht Jekits viele Kolleg:innen aus den Teams ab. In manchen Musikschulen werden die Aufgaben auf zwei Koordinator:innen in der EMP verteilt

Musikschulpraktika

  • Zu den Musikschulpraktika wird es eine Handreichung in Zusammenarbeit mit den anderen Landesverbänden geben
  • Musikhochschule Münster und Musikschule Herten haben in Zusammenarbeit eine Handreichung zu den Praxisphasen im Studiengang Musik und Vermitlung entwickelt, Lota schickt die PDF mit den Inhalten in die Runde
  • HfMT Köln / Rheinische Musikschule haben eine Kooperationsvereinbarung zum Musikschulpraktikum mit (sehr geringer) Aufwandsentschädigung (Hospitationsstunden sind inbegriffen), für die EMP trotz allem lohnend- viele Mitarbeiter:innen über die Praktika gewonnen
  • Versicherung der Studierenden ist in Bonn ein Problem. In Köln über die Hochschule versichert. Regelungen an den Unis nicht bekannt- Sollte das Praktikum als Teil des Studiums nicht Sache der Ausbildungsinstitute sein?
  • Essen: Unterscheidung zwischen bezahltem Jahrespraktikum mit Vertrag( Versicherung inbegriffen )und regulären Hospitationen (4 Doppelstunden, Vermitlung in MFE und JeKits), Versicherung nicht thematisiert

Netzwerktreffen/ Fachtag EMP

  • Titel/ Arbeitstitel? Brücken bauen-Übergänge gestalten
  • Freitag 11. Oktober 2024 an der Folkwang Musikschule in Essen
  • EMP- Studiengänge der Hochschulen sind mit involviert

Erwartungen/ Wünsche aus der Runde

  • Übergänge Elementare Grundstufe in den Instrumentalunterricht- Austauschforum Vernetzung, Gestaltung musikalischer Inhalte, Strukturen/ Prinzipien
    Austausch mit den Instrumentalkolleg:innen, die mit frühen Instrumentalkonzepten vertraut sind. Evtl. Reinhild Spiekermann/ Detmold anfragen (frühe Klavierpädagogik)

Exkurs: Zum Übergang in den Instrumentalunterricht versucht das Solinger Team das Instrumentenkarussell von Instrumentalkolleg:innen für die Kinder gestalten zu lassen.

  • Austauschforum/ Fishbowl/ Podium mit Studierenden/ Schüler:innen/ Lehrenden/ Musikschullehrkrä􀅌en über die Realitäten von Studium und Berufsfeld Musikschule
  • Entwicklungspsychologie/ aktuelle Strömungen: Aktuelles von Hochschulseite, S􀆟chwort Veränderungen nach und mit Corona
  • Modelle/ Formate für Kinder, die sich nach der MFE nicht für ein Instrument entscheiden, bzw. nicht in JeKits aufgefangen sind
    Exkurs: Angebote im HSK hat nicht viel Publikum gezogen, das integra􀆟ve Angebot allerdings lief auf ein integra􀆟ves Ensemble hinaus
    Hamm bietet als Übergangsangebot Kinderchor an, würde gerne mehr anbieten, nach Hamburger Vorbild. Es fehlt das Personal
    Bonn: 6-8 Kinderchor in fast jedem Bezirk, kostenfrei, Rhythmikangebot von Tanzpädagog:innen und wird sehr gut angenommen, auch klassische Grundausbildung
    Remscheid: Musiktheatergruppe, 3. freiwilliges Jahr MFE für ältere Kinder
    Köln: klassische MAG mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Rhythmus/ Singen/ Instrumente), Kinderchöre, Ensemble Kunterbunt (Stabspiele in Kombination mit Cajona) – muss offensiv beworben werden
    Solingen: Kinder können auch einmal eine Weile aussetzen, bevor sie wieder an die Musikschule in den Instrumentalunterricht kommen, Werbung für die Tage der offenen Tür
  • Input zur EMP für ältere Menschen

Nächstes Online-Treffen: Mitwoch, 20.März 2024 18:30 Uhr

 

 

Archiv:

Bericht 1. Fachleitungstreffen 7. Oktober 2021

Bericht Fachleitungstreffen 06. April 2022

Bericht Fachleitungstreffen 19. Oktober 2022

Bericht Fachleitungstreffen 23.März 23

Bericht Fachleitungstreffen 24. Oktober 2023

Toggle title

Toggle content goes here, click edit button to change this text.

 Praxisworkshop „Jazz für Kinder“

Am 28. September 2023 fand ein weiterer Workshop zum Thema Jazz mit Kindern an der Bergischen Musikschule statt. Die Dozentin Janika Löttgen schöpfte aus einem großen Repertoire an Songs, Improvisations- und Bewegungsvorschlägen, sowie Tipps zu Stimmbildung und Instrumentenkunde rund um einfache Jazzharmonien und Tonfolgen.

Nach einem swingenden Begrüßungslied waren die 20 Teilnehmenden eingeladen, mit einer kleinen Tonkombination über ihren Namen in die Methoden der Improvisation einzusteigen. Miniaturimprovisationen zu musikalischen Parametern, Bildern oder auch abstrakten Begriffen schlossen sich an. Dabei wird der zeitliche Ablauf einer Minute mit den Armen als „Uhrzeiger“ angegeben.

Festgelegte Handgesten nach Butch Morris boten die Grundlage zum Dirigieren eines Improvisationsorchesters, improvisierte Soli über einen geflüsterten Rhythmus oder einfache Begleitpatterns, der Bau einer Musikmaschine aus Bewegung und Klang waren weitere Anregungen zum Musikerfinden.

Eine Bewegungsimprovisation mit Tüchern zu „Autumn Leaves“ von Roger Williams und ein Würfelspiel mit verschiedenen Melodieausschnitten leiteten in einen angeregten Austausch über pädagogische Möglichkeiten in unterschiedlichen Gruppensettings über.

Über die erprobten Praxisbeispiele hinaus, stellt die Dozentin den Teilnehmenden in ihrem Handout noch viele weitere Möglichkeiten vor, wie Kinder mit dem Thema Jazz vertraut gemacht werden können.

 

Praxisworkshop „Manche Kinder brauchen mehr“
Herausforderungen heterogener Gruppensettings in Kita-Kooperationen

Am 20.3.2023 fand an der Musikschule Neuss ein weiterer Praxisworkshop des Netzwerks EMP zu herausfordernden Gruppensettings im EMP- Alltag stat. „Manche Kinder brauchen mehr“, unter diesem Titel ermöglichten die beiden Musiktherapeutinnen Julia Hoffmann und Tina Mallon den Teilnehmenden schöne Austauschmomente und interessante Perspektivenwechsel.
Ein Warm-Up half die Erfahrungshorizonte der Teilnehmenden einzuordnen. Mit Hilfe von Zahlenkarten wurden beispielsweise Berufsjahre, Kita-Kooperationen und Größe der Kindergruppen abgefragt. Im Anschluss wurden zunächst die sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Kita-Kooperationen gesammelt und näher beleuchtet. Im Fazit tragen auch die Bedingungen, unter denen in der Kita musikalische Aktivitäten angeboten werden schon zur Dynamik einer Kindergruppe bei, z.B. wenn ein Raum zum Musizieren außerhalb einer Kita liegt oder von Beginn an keine Regie -und Austauschzeiten eingeplant sind. Am wichtigsten ist es, dass die Kita mit dem Personal die Kooperation miträgt und es klare Ansprechpartner:innen gibt. Organisations- und Regiezeiten müssen von Anfang an mitgedacht werden. Die Erzieher:innen sollten an den musikalischen Prozessen / Angeboten beteiligt werden. Elternarbeit in Kitas gestaltet sich besonders schwierig, wenn die Kommunikation nicht durch die Kita unterstützt wird. Musikalische Angebote für Familien erleichten den Kontakt zu den Eltern. (siehe: https://kita-und-musikschule.de/ )
Nach einer motivierenden Gruppenimprovisation wandten sich die Teilnehmerinnen in kleinen Gruppen den sogenannten schwierigen oder störenden Kindern im Kitasetting zu.
Auffällige Kinder habe oft besondere Kompetenzen, die positiv für eine Gruppe genutzt werden können. Anhand eines Fragenkataloges konnten die „Stör“-Kompetenzen eines Kindes in einen anderen Zusammenhang gebracht werden. Könnte man sich das Kind z.B. mit diesen Kompetenzen in einem zukünftigen Beruf vorstellen? Wie könnte man die Kompetenzen in diesem Sinne positiv auch für den aktuellen Gruppenprozess nutzen?
Der Austausch, die fruchtbare Arbeit in Kleingruppen und das gemeinsame Musizieren wurde von den Teilnehmenden als sehr stärkend erlebt und bescherte einige wertvolle „Aha!- Momente.

 

Workshop „Jazz und Swing in der Kita“

Am 19. September 2022 fand an der Bergischen Musikschule in Wuppertal der Workshop „Jazz und Swing in der Kita“ mit 20 Teilnehmenden aus Musikschule und Hochschule statt. Die Dozentin Janika Löttgen präsentierte mit vielerlei Spielideen zu selbst komponierten jazzigen Kinderliedern, ausgesuchten Jazz- Stücken und Anleitungen zu Improvisationen eine Fülle von Möglichkeiten, Jazz in der EMP einzusetzen und niederschwellig zu Musizieren.

Die swingenden Lieder „Hallo liebe Leute“ und „Musikexpress“ bringen schnell in Bewegung, der umgedichtete Jazz- Standard Byebye, Blackbird („In der Mitte sitzt ein Bär“) bietet eine Spielidee zum besonderen Hinhören. Das unverzichtbare- auseinandergebaute- Drumset wird spontan improvisierend erkundet. Über ein einfaches Harmoniebegleitpattern (II-V-I- Verbindung) wird geflüstert und zum Thema Regentropfen auf Klangstäben improvisiert.

Eine Bewegungsimprovisation zu „Bridges“ von Nils Wülker und eine Stimmbildungsgeschichte mit eingebauten jazzigen Gesangspatterns bieten weiteres Spielmaterial.

Eine interessante Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Jazz und Notation ist das Malen von kurzen und langen Klängen oder dem „versteckten Feuerwerk“ im Stück „Ding Dong Ding“ von Bob Brookmeyer.

Für die Teilnehmenden steht eine TaskCard mit Liedern, Videos, und Links zu den verwendeten Stücken zur Verfügung. Falls Interesse am Jazz Kinderliederbuch besteht, so kann dieses bei Janika Löttgen bestellt werden. (https://www.janika-loettgen.de/) Das Buch erscheint im Selbstverlag.

 

 

Workshop „inklusives Arbeiten mit heterogenen Kitagruppen“

Am 2.6.2022 mit Lena Sokoll

Die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops formulierten zu Beginn klare Wünsche. Gesucht wurden Praxistipps und Ideen für die Arbeit mit sehr unterschiedlichen Gruppen, Möglichkeiten zur Plusförderung von Kindern mit Einschränkungen, der Umgang mit Sprachbarrieren. Vor allem der Umgang mit schwierigen Situationen und der Anspruch, möglichst alle Kinder mit dem musikalischen Angebot zu erreichen, bewegte die Runde. Nach einer kurzen Einführung zum Wert von Ritualen als alltägliche Sicherheiten für die Kinder, beschäftigen sich die Teilnehmenden mit kleinen ritualisierten Liedern in unterschiedlichen Alltagssituationen, beispielsweise zur Gestaltung von Übergängen wie An- und Ausziehen, Händewaschen, Raumwechsel, Aufräumen usw. Damit auch das Kita-Fachpersonal diese Rituallieder leicht mit übernehmen kann, bieten sich einfache Tonfolgen oder umgedichtete bekannte Melodien an.

Materialen wie -große- Murmeln sprechen alle Sinne an und können vielseitig eingesetzt werden. Die Bewegungs- und anschließenden Ruhephasen der Murmel kann mit Stimme, Körper oder/ und mit einem Lied begleitet werden. Murmeln in Verbindung mit Instrumenten, z.B. mit einer Handtrommel (in der Trommel rollen lassen) oder einem Xylophon (schräg stellen und herunterrollen lassen) laden dazu ein, zu lauschen und zu beobachten. Für Kinder mit Einschränkungen eine vielseitige Herausforderung. Auch diejenigen Kinder, denen das Zuhören und Beobachten schnell langweilig wird, sind eingeladen, eigene Ideen zu entwickeln, z.B. das begleitende Lied weiter zu dichten oder neue Bewegungen zu erfinden. Ein kleines Lied, das mit bunten Plastikbechern -als Minitrommel- begleitet wird, nimmt Ideen aus der Explorationsphase der Kinder auf und ist so aufgebaut, dass sowohl der Becher als auch die Kinder nach einer aktiven Phase immer wieder zur Ruhe kommen.

In diesem Zusammenhang stellte sich immer wieder die Frage nach dem Umgang mit auffälligen Kindern. (Was mache ich, wenn die Gruppe meine Angebote nicht annimmt?) Im Austausch mit den vielen erfahrenen Lehrkräften konnten einige Tipps erarbeitet werden, wie z.B. den Kindern/ der Gruppe möglichst viel Eigenverantwortung für das Gelingen einer Aufgabe übertragen, Ideen der Kinder einbinden, klare Regeln aufstellen und konsequent einhalten, Wertschätzung innerhalb der Gruppe fördern und Ähnliches.

Im weiteren Verlauf erstellten die Teilnehmenden eine Synopse mit allen Anforderungen einer heterogenen Gruppe, angefangen vom musikalischen „Auftrag“ über die eigene Einstellung, Unterschiede und Gemeinsamkeiten einer heterogenen Kitagruppe, bis zu Themen der kindlichen Entwicklung und den Zielen der Arbeit mit der betreffenden Gruppe.

Die so entstandene Gegenüberstellung zeigt deutlich, wie komplex die Arbeit mit heterogenen Gruppen ist. EMP Lehrkräfte bieten mit den musikalischen Angeboten nachhaltige Beschäftigung mit vielfältigen musikalischen Themen, unterstützen die kindliche Entwicklung gleichzeitig auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Altersstufen, fördern einzelne Kinder mit Unterstützungsbedarf und bieten vor allem eines an: Beziehung! Die Offenheit, Flexibilität, um sich auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Gruppe einzulassen, braucht Zeit und die Möglichkeit ohne ständigen Erwartungsdruck, auch kleinste Schritte als Erfolg zu verbuchen. Der Anspruch, immer alle Kinder mit einem musikalischen Angebot ansprechen zu wollen, Erwartungen von Eltern, Musikschulleitung und Kollegium erfüllen zu müssen oder nicht genug zeitliche Ressourcen zu haben, kann das zeitweise verhindern.

In der abschließenden Feed-Backrunde wurde deutlich zum Ausdruck gebracht, wie wichtig allen die weitere Beschäftigung mit dem Thema der Arbeit mit heterogenen Gruppen ist. Viele Teilnehmende erlebten eine besondere Wertschätzung ihrer Arbeit im Rahmen des Austausches. Eine weitere Veranstaltung mit diesem Schwerpunkt und unterschiedlichen Impulsen wurde dringend gewünscht.

Weiterführende Links